Die Selbsthilfe Osttirol als Selbsthilfekontaktstelle ist eine Einrichtung, welche die Selbsthilfeunterstützung als Hauptaufgabe mit entsprechend qualifiziertem Personal themen- und problemübergreifend wahrnimmt.

Unsere Beratungsstelle:
SELBSTHILFE TIROL – ZWEIGVEREIN OSTTIROL
Verein der Osttiroler Selbsthilfevereine und -gruppen im Gesundheits- und Sozialbereich
… im Eingangsbereich des BKH Lienz, 9900 Lienz, Emanuel von Hibler-Straße 5.

BERATUNG + INFORMATION
Betroffene und Angehörige können die Anlaufstelle nützen, um sich KOSTENLOS zu informieren.
Bei Bedarf kann zum Thema „SELBSTHILFE“ Beratung eingeholt werden.

Unsere Bürozeiten sind: Montag – Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr

Tel:  +43(4852)606-290
Handy: +43(0)664/3856605
E-Mail: selbsthilfe-osttirol@kh-lienz.at

Für Beratungen stehen Ihnen zur Verfügung:
Kerstin Moritz und Brigitta Kashofer

INFORMATION UND AUFKLÄRUNG

Die SELBSTHILFE OSTTIROL klärt auf und informiert über

  • Formen und Arbeitsweisen von bestehenden Selbsthilfegruppen
  • die regionalen Selbsthilfe-Aktivitäten
  • Möglichkeiten und Grenzen der Selbsthilfe
  • Fortbildungsangebote für Selbsthilfegruppen

BERATUNG

Die SELBSTHILFE OSTTIROL erleichtert den Zugang zu den themenspezifischen Selbsthilfegruppen

  • leitet Betroffene an Menschen mit gleichen oder ähnlichen Problemen weiter
  • unterstützt Selbsthilfe-Interessenten bei der Gruppengründung
  • motiviert zum Selbsthilfe-Engagement
  • fördert die Vernetzung und Kommunikation der Selbsthilfegruppen
  • informiert bei Bedarf über Angebote von professioneller Hilfe

UNTERSTÜTZUNG

Die SELBSTHILFE OSTTIROL bietet administrative und organisatorische Unterstützung bei der Neugründung von Selbsthilfegruppen

  • unterstützt den regelmäßigen Arbeitsprozess von Selbsthilfegruppen durch Bereitstellung der nötigen Infrastruktur
  • ermöglicht Vernetzung und Erfahrungsaustausch der einzelnen Selbsthilfegruppen
  • bietet selbsthilfespezifische Weiterbildung
  • informiert über Finanzierungsmöglichkeiten (Sponsoring, Subventionen)

 BEGLEITUNG

Die SELBSTHILFE OSTTIROL begleitet in der Gründungsphase

  • vermittelt in schwierigen Situationen
  • bietet Moderation und Konfliktmanagement sowie Supervision

 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Die SELBSTHILFE OSTTIROL unterstützt bei Presse- und Medienarbeit

  • informiert über Neugründungen von Selbsthilfegruppen
  • fördert die Zusammenarbeit der Selbsthilfegruppen mit Experten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, auch bundesweit
  • hält selbsthilfespezifische Informationsvorträge in Schulen, sozialen Einrichtungen usw.
  • organisiert gemeinsame Veranstaltungen (Messen, gesundheitsspezifische Veranstaltungen, Selbsthilfetag, Unterhaltungen)
  • veröffentlicht das Kommunikationsmedium INTERN – 4x im Jahr
  • erstellt Folder und Infoblätter diverser Gruppen
  • betreibt eine Homepage

GESUNDHEITS- UND SOZIALPOLITIK

Die SELBSTHILFE OSTTIROL unterstützt

  • Selbsthilfegruppen in ihren gesundheits- und sozialpolitischen Anliegen (gemeinsam mit den Gruppen u. auf Initiative von Selbsthilfegruppen)
  • dient als Brückeninstanz zu politischen Institutionen in Gesundheits- und Sozialfragen
  • stärkt Patienteninteressen
  • arbeitet mit den Gesundheits- und Sozialsprengeln zusammen
  • nimmt Stellung zu Gesetzen
  • dient als Sprachrohr – in dieser Funktion gilt es, die Bedürfnisse von Selbsthilfegruppen zu sammeln, zu bündeln und in relevanten Gremien zu vertreten.

ZIELE

Die SELBSTHILFE OSTTIROL hat das Ziel

  • Förderung der Entwicklung eines positiven Klimas in der Selbsthilfe
    • Verbesserung bzw. Erhalt der Lebensqualität von Betroffenen und deren Angehörigen
    • Förderung der Prävention als Prinzip der Gesundheitspolitik durch Information und Beispiel
    • Förderung der Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegern, Patienten, Betreuern und Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens
    • Verbesserung der Effizienz der eingesetzten Mittel im Gesundheitsbereich

ALLGEMEINES

Die SELBSTHILFE OSTTIROL bietet

  • kostenlose Unterstützungsarbeit
  • kostenlose Beratung
  • Vertraulichkeit, Verschwiegenheit,
  • Freiwilligkeit
  • ausgebildete, Selbsthilfeunterstützer

Die Selbsthilfegruppen bietet ein solides soziales Netzwerk, wo Betroffene und Angehörige sich mit ihrer eigenen Erfahrung aktiv einbringen, Raum schaffen für seelische Nöte, Informationen austauschen und Themen enttabuisieren. Gerade in der heutigen Zeit, in der die traditionellen Strukturen von Familien und Netzwerk dünner werden, bilden Selbsthilfegruppen einen wichtigen Anker im Leben vieler Menschen.

Wer mit einer chronischen Erkrankung oder mit seelischen Belastungen konfrontiert ist, kommt mit seinen Problemen umso besser zurecht, je mehr er oder sie darüber weiss. Zu diesem Wissen gehören neben medizinisch-wissenschaftlichen Fachkenntnissen auch die eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen anderer. Mit der Unterstützung einer Selbsthilfegruppe können Betroffene zu Expertinnen und Experten werden, vor allem auch dann, wenn es sich um seltene oder wenig erforschte Krankheiten handelt. Damit können die Folgen einer Krankheit oder Belastung gemildert werden. Die Betroffenen tun sich so leichter, ihren Alltag und ihren Beruf zu meistern.

Selbsthilfegruppen schaffen also nicht nur ein Zugehörigkeitsgefühl, sondern bilden kompetente Patientinnen und Patienten aus. Diese tragen dazu bei, das Wissen über bestimmte Krankheiten auch über den Kreis der Betroffenen hinaus zu erweitern. Sie leisten damit einen Beitrag zur besseren Behandlung dieser Krankheiten.

Selbsthilfe Osttirol als Drehscheibe von Kooperations- und Netzwerkaktivitäten

Kooperationen, die Mitwirkung in Netzwerken sind nicht Selbstzweck, sondern hinter dieser Tätigkeit steht, die bisher ungenutzten Potenziale zu erschließen und dadurch konkrete Probleme vor Ort gemeinsam zu lösen. Eine Betrachtung der einzelnen Kooperationspartner/innen im Bezirk Osttirol zeigt, dass die Selbsthilfe Osttirol mit nahezu allen relevanten Akteuren kooperiert.

Die Selbsthilfe Osttirol als Selbsthilfe Unterstützungseinrichtung ist ein „Seismograph“ für die Nöte der Bürger/innen vor Ort. Gesellschaftliche Problemlagen kristallisieren sich hier frühzeitig heraus. Die Selbsthilfe Osttirol nimmt auch ihre Aufgabe als „Sprachrohr-Funktion“ wahr.

Sie trägt damit wesentlich zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen, psychischen und sozialen Problemen bei. Somit wird auch in diesem Bereich ein kontinuierlicher Beitrag zur Verbesserung der Qualität der professionellen Versorgung und der kommunalen Daseinsvorsorge geleistet.

Gefestigt wurde in den letzten Monaten die im Bezirk gut funktionierende Vernetzung.

Synergie-Effekte mit:

  • allen bestehenden sozial und gesundheitsrelevanten Einrichtungen
  • Gemeinden und Behörden
  • Krankenkassen und Versicherungen
  • Schulen und öffentlichen Institutionen
  • Teilnahme an Weiterbildungen und Veranstaltungen im Bundesgebiet.

Durch gemeinsame Sitzungen konnte die Vernetzung zum Wohle der Betroffenen verstärkt werden.

Besonders hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit den Ärzten und Mitarbeitern des BKH – Lienz.

Bei gemeinsam organisierten Informationsveranstaltungen werden der breiten Öffentlichkeit Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten verschiedenster Krankheitsbilder und Thematiken vorgestellt.

Die Funktion von Selbsthilfegruppen kann aufgrund der Aussagen von Selbsthilfegruppen-Verantwortlichen mit fünf Begriffen umschrieben werden:

A wie Auffangen:

neue Gruppenteilnehmer, die oft deprimiert, desorientiert sind und sich alleingelassen fühlen, werden in der Gruppen „aufgefangen“, sie können ihr Leid schildern und sich darstellen, um ihnen die Angst zu nehmen und ihnen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.

E wie Ermutigen:

Teilnehmer erhalten das Gefühl, es auch zu schaffen, mit der neuen Situation fertig zu werden.

I   wie Informieren:

die betroffenen Teilnehmer erhalten professionelle Informationen durch Vorträge von Fachleuten, Literaturhinweise u.a.

O wie Orientieren:

Teilnehmer an Selbsthilfegruppen können sich durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen von anderen Menschen, die an der gleichen Erkrankung leiden, orientieren. Sie lernen, ihre eigene Situation zu relativieren, ihre Ansprüche und Erwartungen an sich, an ihre unmittelbaren Mitmenschen und an die Professionisten im Gesundheitswesen neu auszurichten und gewinnen so Lebensqualität zurück und können Strategien für erfolgreiches Bewältigungsverhalten aufbauen.

U wie Unterhalten:

Neben den „fachlichen“ Kontakten, die sich auf die Erkrankung und ihre Bewältigung beziehen, sind auch gesellschaftliche, freundschaftliche Bindungen der Gruppenteilnehmer untereinander durchaus erwünscht – wenngleich eine Selbsthilfegruppe kein „Kaffeehausklatsch“ sein sollte.