Familie: Patchwork – Trennung/Scheidung

Inhalt

Patchwork

  1. Was sind eigentlich Patchwork-Familien?
    • „Stiefvaterfamilien“
    • „Stiefmutterfamilien“
    • Zusammengesetzte Stieffamilien
  2. Welche Schwierigkeiten könnten auftreten?
  3. So gelingt das Leben in einer Patchwork-Familie
  4. Hilfe und Kontakt
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Trennung/Scheidung

  1. Hilfe – Meine Eltern haben sich getrennt/geschieden
  2. Was kann ich als Kind tun?
  3. Wie könnte der Alltag besser gemeistert werden?
  4. Hilfe und Kontakt
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Patchwork

In einer Patchwork-Familie zu leben hat einerseits schöne Seiten und kann auch spannend sein, für einige Jugendliche ist dies jedoch schwierig: Plötzlich hat Mama einen neuen Freund oder Papa eine neue Freundin und dann kann es noch sein, dass andere Kinder in die Familie mitgebracht werden. Wie soll man sich denn in einer solchen Situation zurechtfinden?

Wir wollen euch hier dem Thema „Patchwork“ etwas näher bringen. Fragen wie „Was bedeutet eigentlich „Patchwork-Familie“?“ oder „Wie kann das Leben in einer Patchwork-Familie gelingen?“ sollen hier für euch beantwortet werden.

1. Was sind eigentlich Patchwork-Familien?

Patchwork-Familien sind Familien, die durch neue Partnerschaften bei getrennten Elternteilen zustande kommen. Eine Patchwork-Situation kann also nur durch eine vorausgehende Trennung/Scheidung (Link Trennung/Scheidung) der Eltern entstehen. Außerdem ist ein wichtiger Bestandteil einer Patchwork-Familie, dass mindestens einer der Partner bereits Kinder hat und diese in die neue Beziehung mitbringt. Eine Patchwork-Familie kann daher auch als Stieffamilie bezeichnet werden.

Viele befinden sich in dieser Situation, da in Österreich die Rate der Scheidungen bzw. Trennungen ziemlich hoch und daher auch die Zahl an Patchwork-Familien sehr hoch ist.

Es gibt drei verschiedene Formen von Patchwork-Familien, die hier kurz erklärt werden:

„Stiefvaterfamilien“

Unter „Stiefvaterfamilien“ versteht man jene Familien, bei denen die Frau mindestens ein Kind aus einer früheren Partnerschaft mitbringt.

„Stiefmutterfamilien“

„Stiefmutterfamilien“ sind das Gegenteil von „Stiefvaterfamilien“. Hier bringt der Mann aus früherer Ehe/Partnerschaft mindestens ein Kind mit in die neue Familiensituation.

Zusammengesetzte Stieffamilien

Bei den zusammengesetzten Stieffamilien bringen beide Partner mindestens ein Kind aus früherer Partnerschaft mit in die neue Beziehung.

2. Welche Schwierigkeiten könnten in einer Patchwork-Familie auftreten?

Natürlich kann es auch in Patchwork-Familien zu einigen Schwierigkeiten kommen. So geht eine solche Situation schon von Anfang an mit einer schwierigen Lage einher: der Trennung/Scheidung der Eltern (Link Trennung/Scheidung). Durch diesen Trennungsschmerz hängen Kinder/Jugendliche oftmals noch am anderen, „verlorenen“ Elternteil, weshalb es dann schwer sein kann, den neuen Partner der Eltern anzunehmen. Vor allem für Jugendliche ist es nicht leicht, den/die neue/n Partner/in der Mutter oder des Vaters als Autoritätsperson, geschweige denn als neuen „Elternteil“ anzusehen.

Es kann für manche Kinder & Jugendliche durchaus schwierig sein, sich an die neue Lage zu gewöhnen: man bekommt plötzlich einen neuen „Elternteil“ und manchmal auch neue „Geschwister“. Sich sofort an diese Situation zu gewöhnen ist nicht leicht. Dass die Gewöhnung an diese neue Konstellation eine Zeit lang dauern kann, ist aber völlig normal. Dabei kann es auch unangenehm sein, dass manche Kinder aufgrund der neuen Familiensituation oft zwischen den leiblichen Eltern hin und herpendeln müssen. Es ist aber wichtig, weiterhin zu beiden Elternteilen Kontakt zu haben.

3. So gelingt das Leben in einer Patchwork-Familie

Um solchen Schwierigkeiten entgegenzuwirken, gibt es einige Vorschläge, wie das Leben in einer Patchwork-Familie gelingen kann: Einerseits ist es sehr wichtig, untereinander offen mit Konflikten umzugehen: Zum Beispiel wäre es sinnvoll, einfach anzusprechen wenn man mit der neuen Situation nicht gut zurechtkommt. Es ist generell bedeutsam innerhalb der Patchwork-Familie viel und offen miteinander zu sprechen. Spricht man nicht über solche Dinge und verdrängt die Probleme, so kann sich das auf andere Bereiche wie zum Beispiel die Schule auswirken (Link Schule). Auch die Psyche kann daran leiden (Link Psyche).

Auch deshalb ist ein weiterer wichtiger Punkt Zeit! Man soll sich selbst die Zeit geben, die man braucht, um mit der Situation zurechtzukommen auch wenn es einige Jahre dauern kann, sich daran zu gewöhnen. Man sollte immer die eigenen Wünsche äußern, die Wünsche der anderen aber auch akzeptieren und respektieren.

Hat man das Gefühl, nicht mit den eigenen Familienangehörigen über diese Themen reden zu können, so kann man auch mit anderen Personen sprechen, die sich ebenfalls in einer solchen Situation befinden. Außerdem kann man sich auch an Selbsthilfegruppen sowie diverse Beratungsstellen wenden, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Hilfe und Kontakt

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Trennung/Scheidung

1. Hilfe – Meine Eltern haben sich getrennt/geschieden

Leider kommt es heutzutage nicht selten vor, dass sich die Eltern trennen beziehungsweise voneinander scheiden lassen: die Scheidungsrate liegt 2017 in Österreich immerhin bei ca. 41%.

Eine solche Trennung kann für alle Beteiligten sehr schwierig sein, vor allem für die Kinder. Natürlich reagieren Kinder sehr unterschiedlich auf die Trennung der Eltern: manche sind dadurch stark belastet, manche lernen im Laufe der Zeit gut damit umzugehen und manche sind dadurch auch wenig belastet. Einige Kinder können dadurch auch Probleme in anderen Lebensbereichen entwickeln, wie zum Beispiel Konzentrationsschwierigkeiten oder Schulprobleme (Link Schule), aber auch Zorn, (sozialer) Rückzug oder Konflikte im Alltag können dadurch entstehen. Oft kann es auch vorkommen, dass die Kinder „zwischen die Fronten der Eltern geraten“. Dabei ist zu erwähnen, dass das Kind ein Recht auf den Kontakt mit beiden Elternteilen hat. Auch bei Entscheidungen, wie zum Beispiel dem Umzug, hast du als Jugendlicher das Recht auf Mitspracherecht. Aber eines darf man dabei nicht vergessen: Deine Eltern werden immer deine Eltern bleiben, egal was passiert.

In der Regel dauert es ca. 2-4 Jahre, bis man eine solche Trennung auch tatsächlich verarbeitet hat (dies gilt für alle Beteiligten). Hier wollen wir versuchen euch aufzuzeigen, wie dies unter anderem gelingen kann.

2. Was kann ich als Kind tun?

Immer wieder findet man Ratgeber für Eltern, was zu tun ist, wenn es tatsächlich zu einer Scheidung kommt. Doch was kann ich als Kind tun? Kann ich auch etwas bewirken?

Wichtig ist, die neue Situation zu akzeptieren, auch wenn es schwer fällt. Auch hierbei spielt die Zeit eine wichtige Rolle: eine solche Lebensumstellung benötigt Zeit, es ist also sehr wichtig, sich diese auch zu nehmen um die Geschehnisse verarbeiten zu können. Es ist aber in jedem Fall bedeutend, den Blick nach vorne zu richten.

Ebenfalls hilfreich kann es sein, mit anderen darüber zu sprechen und seine Gefühle offenzulegen. Niemand kann wissen wie es einem geht, wenn man nicht darüber redet. Vielleicht fällt es auch leichter, mit jemandem zu sprechen, der in derselben Situation ist und über eigene Erfahrungen berichten kann. Man kann aber auch durchaus mit den Eltern selbst über die Scheidung sprechen und auch nachfragen, wie es jetzt ihrer Meinung nach weiter gehen soll.

Einige Kinder entwickeln im Laufe einer Trennung Schuldgefühle, welche natürlich nicht notwendig sind. Das Kind trägt nie die Schuld dafür, dass sich die Eltern scheiden lassen: die Entscheidung liegt immer bei den Eltern!

Neben den Schuldgefühlen kann es aber auch zu Schamgefühl kommen. Ein Kind sollte sich nicht dafür schämen, wenn sich die Eltern scheiden lassen. Es gibt viele andere Kinder, deren Eltern sich in derselben Situation befinden. Du bist also nicht allein!

3. Wie könnte der Alltag besser gemeistert werden?

Durch eine solche Umstellung der Lebenssituation kann der Alltag meist sehr schwierig verlaufen.

Daher ist es erst einmal sehr wichtig, zu seinen Gewohnheiten zurückzufinden. Es kann hilfreich sein, den gewohnten Alltag so normal wie möglich fortzusetzen und sich nicht aufgrund der „speziellen“ Situation anders behandeln zu lassen oder sich anders zu fühlen. Trennungen gehören nun einmal zum Leben, man ist also nicht allein mit dieser Situation.

Um beim Thema der Gewohnheiten zu bleiben, ist es auch wichtig, seinen Interessen und Hobbies weiterhin nachzugehen oder auch Neues auszuprobieren.

Zur Bewältigung der Situation können auch Umweltfaktoren beitragen: soziale Netze sind hierbei sehr wichtig. Freunde, Verwandte oder auch Lehrer können Rückhalt und Unterstützung bieten. Auch die Schule kann einen wichtigen „Ausweichraum“ darstellen.

Fällt es dir schwer über deine Gefühle mit anderen Personen zu sprechen, so wäre auch eine Möglichkeit ein Tagebuch zu führen und darin all deine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

Hat man jedoch das Gefühl, lieber mit außenstehenden Personen zu sprechen, so sind Selbsthilfegruppen oder diverse Berater eine gute Alternative, die man jederzeit in Anspruch nehmen kann.

Hilfe und Kontakt

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