Psyche

1. Psychisch krank – was ist das?

Nicht nur der Körper kann erkranken, auch die Seele kann krank werden. Dass im Leben von uns Menschen nicht immer alles glatt läuft, ist klar. Manchmal können bestimmte Situationen uns ganz schön aus der Bahn werfen und wir empfinden dadurch Trauer, Frust, Unzufriedenheit oder Ähnliches. Im Normalfall pendelt sich unser inneres Gleichgewicht aber nach einer Zeit wieder ein. Ist das nicht der Fall und man kämpft über einen sehr langen Zeitraum mit diesen Gefühlen kann eine psychische Erkrankung vorliegen. Diese kann einen im Alltag ganz schön einschränken. Im Gegensatz zu körperlichen Leiden sind seelische nicht leicht ersichtlich, was dazu führt, dass es vielen Menschen schwer fällt sich etwas darunter vorzustellen. Hier versuchen wir euch das Thema PSYCHE näher zu bringen.

2. Auslöser

Generell kann es jeden treffen! Dass jemandes Psyche krank wird kann genauso wahrscheinlich sein wie eine Blasenentzündung, ein Knochenbruch oder eben Krebs. Natürlich gibt es aber auch Faktoren die eine Erkrankung der Seele eher auslösen können. Speziell wenn mehrere der unten genannten Dinge auf einmal auftreten.

Vergangenheit/traumatische Ereignisse: Es gibt viele Menschen deren Vergangenheit nicht einfach war. Manche leiden auch im Nachhinein noch sehr darunter, da sie Ereignisse möglicherweise noch nicht verarbeitet haben. Doch nicht nur ein steiniger Lebensweg sonder auch traumatische Erlebnisse wie etwa ein Unfall, eine Gewalttat oder der Tod eines lieben Menschen können zu einem inneren Schwanken führen.

geringe Belastbarkeit: Nicht jeder Mensch hält gleichviel aus. Es kann vorkommen, dass zwei Menschen die „den selben“ Leidensweg hatten unterschiedlich damit umgehen und auf verschiedene Arten reagieren. Den Fachbegriff für die Wiederstandsfähigkeit nennt man RESILIENZ. Menschen mit einer hohen Resilienz nennt man Umgangssprachlich oft „Stehaufmännchen“, sie trotzen meist jeder Situation, während die mit geringer Belastbarkeit bald an ihre Grenzen stoßen.

Der Stressfaktor: Stress kann sich positiv aber auch negativ auf uns auswirken. Im gewissen Maß kann Stress Aufmerksamkeit, Motivation und Leistungsfähigkeit fördern. Dauert er aber zu lange und ist zu intensiv, kann Stress schnell zu Überforderung und Unzufriedenheit führen.

Veranlagung: Viele Leute fragen sich ob eine psychische Erkrankung vererbbar ist.

Hier die Antwort: Man kann von seinen Eltern eine dünne Haut erben, sowas wie eine hohe Verletzlichkeit (auch Vulnerabilität genannt). Das bedeutet zwar nicht, dass man an ein psychisches Leiden bekommen muss, allerdings sollte man besonders gut auf sich aufpassen, da jeder von uns ein anderes Ausmaß an Belastbarkeit aushält.

Hg. Blau, Johann: Marksteiner, Josef: Psychiatrische Krankheitsmodelle. Folie 19. URL: https://slideplayer.org/slide/7581643/ . zuletzt geprüft am: 12.02.2019

Biologische Faktoren: Eine Erkrankung kann auch auftreten wenn manche Botenstoffe im Hirn sich ungleichmäßig verteilen. Diese Botenstoffe sind nämlich für gewisse Sinne des Menschen verantwortlich und können, wenn sie nicht richtig arbeiten, eine psychische Erkrankung auslösen.

3. Anzeichen/Symptome

Es gibt viele verschiedene psychische Erkrankungen. Jede von ihnen hat eigene Symptome oder manchmal sogar ähnliche/die selben. Um eine Diagnose zu stellen müssen also bestimmte Anzeichen über einen längeren Zeitraum vorliegen. Um was für eine Krankheit es sich handeln könnte, kann ein Arzt anhand der vorliegenden Symptome feststellen.

Hier werden verschiedene psychische Erkrankungen beschrieben:

LINK HPE: https://www.hpe.at/information/psychische-erkrankungen/depressionen.html

LINK VERRÜCKTE KINDHEIT: https://www.verrueckte-kindheit.at/de/infos/erkrankte-eltern/erkrankungen-diagnosen/

4. Therapie

Psychische Erkrankungen kann man sehr gut behandeln, teilweise sin sie sogar heilbar. Es gibt viele Dinge die einem seelisch kranken Menschen gut tun. Ob es ein Mix aus vielen verschiedenen Therapien ist oder welche Therapie schlussendlich „die Beste“ ist, kommt auf jeden Menschen an. Wir reagieren alle unterschiedlich und jeder hat seine eigenen Bewältigungsstrategien. Bei der Entscheidung welche die richtige ist, kann einem ein Arzt, Therapeut oder Betroffene weiterhelfen. Manchmal muss man durch Selbsterfahrung herausfinden was einem gut tut.

Hier sind ein paar Therapien aufgelistet:

Psychotherapie: Psychotherapie ist eine Gesprächstherapie bei der es in erster Linie wichtig ist, dass das Vertrauen zwischen Klienten und Therapeuten vorhanden ist. Der Therapeut setzt es sich zum Ziel die Leiden des Betroffenen zu heilen indem dieser sich selbst besser kennen und verstehen lernt. Der Sinn dahinter ist, dass der Patient lernt seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das hilft ihm dabei Lösungen selbst zu finden und sich seine eigenen Fähigkeiten kennen und nutzen zu können. Damit sich der Betroffene in vollem Maße fallen lassen kann unterliegen alle Therapeuten einer strengen Verschwiegenheitspflicht – auch gegenüber der Angehörigen.

Verschiedene Arten der Psychotherapie sind zum Beispiel: Verhaltenstherapie, Familientherapie, Hypnose-Therapie, usw.

Alltagsgestaltung: Wie für jeden von uns ist ein geregelter Alltag für einen seelisch kranken Menschen sehr wichtig. Ein stabiles Umfeld gibt dem erkrankten Sicherheit und das verleiht ihm wiederum Selbstbewusstsein. Soziale Kontakte pflegen, einer Arbeit nachgehen (sofern dies möglich ist), einen fixen Wohnort haben und seinen Hobbies nachgehen sind dabei wichtige Bestandteile der Alltagsgestaltung. Wenn es ein Erkrankter oft nicht alleine schafft, gibt es Unterstützungsangebote bei denen Fachleute ihnen helfen den Alltag durchzustrukturieren.

Medikamente: Sogenannte Psychopharmaka sind Medikamente, die die Botenstoffe im Hirn regulieren. Wie bei jedem anderen Medikament gibt es dabei Wirkungen und Nebenwirkungen. Ein Psychiater hilft dabei die richtige Medikation zu finden. Oft sind Medikamente notwendig um erst andere Therapien in Anspruch nehmen zu können. Was man dabei aber nicht vergessen darf, ist dass Medikamente alleine meist keine Heilung bringen. Allerdings können sie dabei helfen Ängste, Panik oder depressive Stimmungen zu lindern.

Selbsthilfe: Neben den medizinischen Experten gibt es auch noch die „Experten der eigenen Erfahrung“. So nennen wir Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe. In dieser treffen sich Gleichgesinnte um über den persönlichen Umgang und ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen. Dieser Austausch in den Gruppen bietet Raum um voneinander und miteinander zu lernen und gibt ein Gefühl von Verständnis. Mittlerweile gibt es viele Selbsthilfegruppen für Betroffene aber auch Angehörige.

Rehabilitation: Eine Rehabilitation [Wiedereingliederung] ist nach einer Erkrankung oft sinnvoll um sich wieder voll und ganz ins Leben einfügen zu können. Bei einer „Reha“ stehen dem Patienten über mehrere Wochen verschiedenste Therapiemöglichkeiten (Psychotherapie, Bewegungstherapie, Medikamente, Beratung, usw.) zur verfügung. Soviel Selbstständigkeit als möglich, eine gute Lebensqualität und die Vermeidung, dass eventuell erneut eine Erkrankung auftritt, sind das Ziel einer Rehabilitation.

5. Was kann ich tun?

Egal ob du selbst betroffen bist oder jemand der dir nahe steht, das Um und Auf ist, dass du dich an eine dir vertraute Person wendest. Ob diese Person nun deine Klassenlehrerin ist, die Schulsozialarbeiterin, deine Freundin oder die Person ein Familienmitglied ist, der erste Schritt in die richtige Richtung ist deine Probleme zur Sprache zu bringen. Unter LINK Hilfe und Kontakt findest du einige Stellen an die du und deine Vertrauensperson sich wenden können.