Sexualität – sexuelle Identität

Inhalt

  1. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität – was bedeutet das?
    • Formen der sexuellen Orientierung
    • Formen der Geschlechtsidentität
  2. „Coming Out“?!
    • Was hilft mir beim Coming Out?
  3. Hilfe und Kontakt
    Links, Büchervorschläge, Geschichten von Betroffenen, Videos
  4. Broschüre-Download „Coming Out“
    Youtube-Video „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Erklärfilm“

Neben den körperlichen Merkmalen und den Vorstellungen der Gesellschaft, wie wir uns verhalten sollten, sind sowohl die „sexuelle Orientierung“ sowie die „Geschlechtsidentität“ wichtige Eigenschaften, die unter den Begriff der „sexuellen Identität“ fallen.

Sexuelle Identität galt früher als absolutes Tabuthema und wird auch heute noch teilweise nicht wertschätzend angenommen. Auch wenn andere sexuelle Orientierungen in unserer Gesellschaft immer noch nicht selbstverständlich sind, ist es heute umso wichtiger, offen damit umgehen zu können und über diese Themen zu sprechen. Deshalb werden wir hier versuchen, euch einige Formen der sexuellen Orientierung sowie der Geschlechtsidentität besser zu erklären. Da diesbezüglich auch das Coming Out eine wichtige Rolle spielt, versuchen wir auch, euch diesem Thema etwas näher zu bringen.

1. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität – was bedeutet das?

Sexuelle Orientierung ist das Interesse an beziehungsweise die Anziehung zu anderen Personen: Hier stehen vor allem die Fragen „Fühle ich mich überhaupt zu jemandem hingezogen?“ sowie „Zu wem fühle ich mich hingezogen?“ im Vordergrund. Es geht also vorrangig um Sexualität, Liebe und vor allem um emotionale Verbundenheit zu anderen Personen.

Bekanntlich gibt es mehrere unterschiedliche Formen der sexuellen Orientierung, wobei zu erwähnen ist, dass jede Orientierung wertvoll, also keine „besser“ oder „schlechter“ als die andere ist. Es kann auch vorkommen, dass sich die eigene sexuelle Orientierung über die Zeit verändert. Die gängigsten Orientierungen werden nun genauer dargestellt:

Formen der sexuellen Orientierung

Heterosexuell

Ist eine Person heterosexuell, so bedeutet dass, dass man sich jeweils zum anderen Geschlecht hingezogen fühlt: Männer lieben Frauen & Frauen lieben Männer.

Homosexuell

Homosexuell heißt, dass man sich von Personen des gleichen Geschlechts angezogen fühlt. (Männer lieben Männer = schwul & Frauen lieben Frauen = lesbisch)

Bisexuell

Wenn man eine bisexuelle Orientierung verfolgt, so heißt dass, dass man sich sowohl in Personen vom unterschiedlichen als auch vom gleichen Geschlecht verlieben kann. (Männer lieben Frauen und Männer & Frauen lieben Männer und Frauen)

Pansexuell

Pansexuell bedeutet, dass man sich in andere Personen verlieben kann, unabhängig davon, welches Geschlecht diese Personen haben. Hier fühlt man sich also nur zu der Person hingezogen, nicht aber zu dem Geschlecht.

Asexuell

Asexuell bedeutet, dass man keine oder nur sehr geringe sexuelle Anziehung zu anderen Personen empfindet. Ist man asexuell, so verspürt man also kein sexuelles Verlangen.

Geschlechtsidentität ist im Gegensatz zu sexueller Orientierung die eigene empfundene Geschlechtszugehörigkeit entweder als Frau, als Mann, keinem von beiden oder auch einem weiteren Geschlecht. Um die Bedeutung besser zu verstehen, werden nun die wichtigsten Formen von Geschlechtsidentität kurz aufgelistet und erklärt:

Formen der Geschlechtsidentität

Cisgeschlechtlichkeit

Cisgeschlechtlich zu sein bedeutet nichts anderes, als dass man sich mit jenen Geschlechtsmerkmalen, mit denen man zur Welt kam, identifizieren kann.

Transsexualität

Ist man transsexuell, so hat man meist das Gefühl im falschen Körper geboren worden zu sein. So fühlt man sich oft als Mädchen, obwohl man mit männlichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kam (oder auch umgekehrt).

Intersexualität

Intersexualität heißt, dass man ohne medizinisch „gängige“ Geschlechtsmerkmale geboren wurde. Männliche oder weibliche Geschlechtsmerkmale können somit durch Operationen herbeigeführt werden. Manche Personen sehen diese fremdbestimmte Operation als nicht notwendig an.

 

2. Coming Out?!

Ein wichtiges Thema für die sexuelle Identität ist das „Coming Out“.
Es gibt zwei verschiedene Phasen des Coming Outs:

1) das „innere“ Coming Out: „Inneres“ Coming Out heißt nichts anderes als die Bewusstwerdung der eigenen Sexualität. Hier geht es um Fragen wie „Wer bin ich?“, „Was fühle ich?“, „Zu welchem Geschlecht fühle ich mich hingezogen?“, „Fühle ich mich überhaupt zu jemandem hingezogen?“ usw. Diese Phase kann oft schon sehr früh einsetzen, meist im Grundschulalter oder auch zur Zeit der Pubertät. In dieser Zeit kann auch manchmal eine Verdrängung der eigenen Gefühle stattfinden, da man Angst vor Vorurteilen oder Ablehnung hat. Diese Verdrängung kann auch zu psychischen oder psychosomatischen Problemen führen (Link Psyche). Um dies zu vermeiden, ist unter anderem ein stabiles soziales und schulisches Umfeld von großer Bedeutung, da dieses durchaus den Verlauf des Coming Outs positiv beeinflussen kann. Zwischen der Bewusstwerdung der eigenen Sexualität und des „äußeren“ Coming Outs können oft mehrere Jahre liegen.

Nachdem die erste Phase abgeschlossen ist, folgt die zweite Phase:

2) das „äußere“ Coming Out: „Wem gegenüber will ich mich outen?“, „Wer sind meine Bezugspersonen, denen ich mich anvertrauen will?“ Solche Fragen stellen den Mittelpunkt des „äußeren“ Coming Outs dar. Oft sind nicht die Eltern die ersten Ansprechpersonen, da dies die Angst mit sich bringen kann, dass die Eltern enttäuscht sein oder sich vom eigenen Kind abwenden könnten. Daher sind meist Geschwister oder die besten Freunde, aber oftmals auch LehrerInnen die ersten Ansprechpersonen für ein Coming Out.

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob und zu welchem Zeitpunkt man sich outen will, da ein Coming Out auch einige Herausforderungen mit sich bringen kann (Link Stigmata). Kann ein solches Coming Out zwar sehr wohl Stress und Unbehagen mit sich bringen, so fühlt man sich aber auch nachher frei, fühlt sich selbstbewusster (Link Selbstbewusstsein) und kann ein selbstbestimmtes und offenes Leben führen, was wiederum gut für das eigene Wohlbefinden ist.

Was hilft mir beim Coming Out?

Es gibt viele wichtige Faktoren die bedeutend für einen positiven Verlauf des Coming Outs sind. Das wohl Wichtigste ist die Unterstützung der Familie und des Freundeskreises. Auch wertvoll für ein positives Coming Out wäre, wenn das schulische Umfeld die unterschiedlichen sexuellen Identitäten wertschätzend annehmen würde.

Hilfreich für die Betroffenen kann vor allem auch der Kontakt zu, sowie der Austausch mit gleichgesinnten Personen sein. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit für Recherchen in diversen Internetforen oder aber auch die Inanspruchnahme von Selbsthilfegruppen und verschiedenen Beratungsangeboten.

Hilfe und Kontakt

Links, Büchervorschläge, Geschichten von Betroffenen, Videos